" Steak scharf anbraten: Pfanne vs. Grill erklärt
Steak scharf anbraten: Pfanne vs. Grill vs. Backrohr vs. Combidämpfer erklärt
„Steak scharf anbraten“ heißt im Kern: eine kräftige Kruste erzeugen, ohne das Steak innen zu übergaren. Dafür brauchst Du zwei Dinge: trockene Oberfläche und sehr hohe Hitze. Ob Du das am besten mit Pfanne, Grill, Backrohr oder Combidämpfer erreichst, hängt davon ab, was Du zuhause hast – und ob Du eher „Sommer-Grill“ oder „Ganzjahres-Steak“ willst.
Die 4 Grundregeln für Kruste (egal bei welcher Methode)
- Oberfläche trocken: Steak vor dem Garen gut abtupfen. Feuchtigkeit = Dampf = weniger Kruste.
- Hohe Hitze kurz: Kruste entsteht schnell – langes „Brutzeln“ macht eher trocken.
- Genug Kontakt: Pfanne/Rost muss wirklich heiß sein, bevor das Steak draufkommt.
- Nach dem Anbraten rasten lassen: 3–8 Minuten (je nach Dicke), locker abgedeckt.
1) Steak in der Pfanne scharf anbraten (am besten Gusseisen)
Die Pfanne ist der Klassiker für maximale Kruste. Besonders gut funktioniert Gusseisen, weil es sehr viel Wärme speichern kann: Wenn das kalte Steak in die Pfanne kommt, fällt die Temperatur nicht so stark ab – und die Maillard-Bräunung läuft stabil weiter. Genau darum ist Gusseisen für dickere Steaks so beliebt.
So geht’s:
- Pfanne lange genug vorheizen (nicht nur „warm“, sondern wirklich heiß).
- Öl mit höherem Rauchpunkt verwenden (neutral, hitzefest).
- Steak 60–90 Sekunden pro Seite kräftig anbraten, dann je nach Dicke fertig garen (Pfanne, Backrohr oder indirekt).
- Für Aroma: Butter + Kräuter erst am Ende kurz dazu (Butter brennt sonst schnell).
Für welche Steaks besonders gut? Rib Eye, Entrecôte/Beiried und Filet – alle profitieren von der intensiven Kruste der Pfanne.
Passende Steaks: Rib Eye Steak · Beiried/Entrecôte · Filetsteak
2) Steak am Grill: direkt + indirekt (die beste Kombi)
Am Grill bekommst Du Röstaromen, die nach „Grill“ schmecken – und Du hast eine natürliche Möglichkeit, mit Hitzezonen zu arbeiten. Das Prinzip für ein perfektes Steak lautet fast immer: kurz direkt für die Kruste und dann indirekt fertig ziehen.
Gasgrill: eine Seite volle Leistung (direkt), andere Seite niedriger/aus (indirekt).
Holzkohle: Kohle auf eine Seite schieben, die andere Seite als Ruhe-/Garzone nutzen.
Pro-Tipp: Wenn Fett Flammen macht, nicht hektisch „löschen“. Leg das Steak kurz in die indirekte Zone, damit nichts bitter wird.
3) Backrohr: Reverse Sear (perfekt fürs Ganzjahres-Steak)
Das Backrohr ist unterschätzt, aber extrem zuverlässig – vor allem mit der Methode Reverse Sear: Du garst das Steak zuerst bei niedriger Temperatur im Backrohr (sanft, gleichmäßig) und brätst es am Ende kurz scharf in Pfanne oder am Grill an. Das Ergebnis: sehr gleichmäßige Garung und eine starke Kruste – mit viel Fehler-Puffer.
So funktioniert Reverse Sear zuhause:
- Steak salzen, auf Rost/Backblech legen.
- Im Backrohr bei niedriger Temperatur langsam vorziehen (je nach Dicke).
- Dann in sehr heißer Pfanne oder am heißen Grill 45–60 Sekunden pro Seite scharf anbraten.
- Danach kurz rasten lassen (oft reicht eine kürzere Ruhezeit, weil das Steak bereits vorher geruht hat).
Wann ist das besonders gut? Bei dicken Steaks (Rib Eye, Hochrippe, Porterhouse/T-Bone) und wenn Du im Winter ohne Grill perfekte Ergebnisse willst.
4) Combidämpfer: Kruste + saftiges Inneres (wenn Du einen hast)
Ein Combidämpfer kann Steak sehr „planbar“ machen, weil Du Temperatur und Feuchte steuern kannst. Als Faustidee gilt:
- Sanft vorgaren (niedrigere Temperatur) – das bringt das Steak gleichmäßig in Richtung Ziel.
- Danach Kruste erzeugen – entweder mit sehr heißer Pfanne/Grillplatte oder einer starken Heißluft-/Grillfunktion des Geräts, wenn vorhanden.
Warum das gut funktioniert: Feuchte hilft gegen Austrocknen in der Garphase – aber Kruste braucht Trockenheit. Darum ist die beste Combi-Logik meist „erst kontrolliert garen, dann trocken und heiß bräunen“.
Rauchpunkt & Öl: was Du wirklich wissen musst
Für steak braten temperatur ist Öl nicht nur „damit es nicht pickt“, sondern ein Werkzeug. Bei sehr hoher Hitze sollte das Öl hitzestabil sein, sonst raucht es schnell und kann bitter werden. Praktisch sind neutrale, hoch erhitzbare Öle. Butter ist super fürs Aroma – aber eher später (oder als Butter-Basting ganz am Ende), weil sie schnell dunkel wird.
Pfanne oder Grill – welche Methode ist „besser“?
- Du willst maximale Kruste: Pfanne (ideal: Gusseisen).
- Du willst Grill-Aroma: Grill (direkt + indirekt).
- Du willst das sicherste Ganzjahres-Ergebnis: Backrohr + Reverse Sear.
- Du willst maximal planbar & saftig: Combidämpfer (vorgaren) + Pfanne/Grill (finish).
Welche Steaks passen zu welcher Methode?
Pfanne: Rib Eye, Beiried/Entrecôte, Filet (kurz & heiß).
Grill: Rib Eye, Beiried/Entrecôte, dicke Steaks mit Knochen.
Backrohr/Reverse Sear: alle dicken Steaks – besonders gut für gleichmäßige Garung.
Combidämpfer: ideal für kontrolliertes Vorziehen (dickere Stücke), dann Finish für Kruste.
Passende Auswahl bei Fleisch24: Rind-Steaks zum Grillen & Abbraten
Quellen (verwendet):
Serious Eats – Artikel über Kochgeschirr/Metalleigenschaften (Hinweis auf starke Wärmespeicherung von Gusseisen beim Anbraten).
Simply Recipes – Reverse-Sear Methode (Chefs empfehlen Reverse Sear; niedrige Ofentemperatur + kurzer, heißer Pfannen-Sear).
The Manual – Übersicht Rauchpunkte gängiger Öle (hoch erhitzbare Öle fürs scharfe Anbraten).
(Quellentext/URLs):
Serious Eats: https://www.seriouseats.com/buying-copper-cookware
Simply Recipes: https://www.simplyrecipes.com/best-way-to-cook-steak-chefs-11868681
The Manual: https://www.themanual.com/food-and-drink/best-oil-for-searing-steak/